Telemedizin

Arbeitsgruppe „Telemedizin und Versorgung“

Die Neurologische Klinik ist seit mehreren Jahren mit der Entwicklung und Anwendung der Telemedizin in der Neurologie, insbesondere in der Schlaganfallversorgung beschäftigt. Gemeinsam mit Unternehmen aus der Metropolregion Nürnberg und anderen Bereichen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wurden moderne Telesupportsysteme entwickelt und in mehreren Untersuchungen getestet. Dabei konnte die Sicherheit und Verlässlichkeit einer Fernuntersuchung bei Akutkranken in der Notaufnahme gezeigt werden. Durch internationale Publikationen wurde dies auch Grundlage für weitere Netzwerkprojekte in der Schlaganfallversorgung in Bayern und International. Derzeit werden verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt oder abschließend evaluiert:

STENO-Pilot – Erste Erfahrungen der Klinikvernetzung

Mit Unterstützung des Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (BayStMAS) konnte in der Region von 2003 -2005 ein Pilotprojekt (STENO-Pilot) durchgeführt werden. Teilnehmer dieses ersten telemedizinischen Netzes waren die überregionalen Stroke Units der Neurologischen Klinik und des Klinikums Nürnberg-Süd sowie das Klinikum Forchheim und die Kreisklinik Roth. Mit videogestützter Fernuntersuchung und telefonischer Konsultation wurde die Notwendigkeit und Machbarkeit eines solchen Netzwerks für Nordbayern demonstriert.

TELOGOS – Online-Sprachtherapie via Telemedizin

Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit dem Einsatz der Telemedizin in der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten speziell bei der Sprachtherapie. Dabei werden durch mehrere Videokameras und eine hochwertige Audiotechnik Patienten mit Sprachstörungen aus der Ferne direkt von der Logopädin betreut und überwacht. Die Patientenuntersuchungen werden am Nervenkrankenhaus Bayreuth (Neurologische Abteilung, Prof. M. Keidel) durchgeführt. Es besteht eine Förderung durch das BayStMAS. Die Arbeitsgruppe ist für die technische Umsetzung verantwortlich. Im Projekt zeigten sich über die Fern-Therapie teilweise bereits bessere Erfolge als nach klassischer Behandlung.

Standards in der Telemedizin

In einem Teilprojekt des Kompetenznetz Schlaganfall gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) werden durch die Arbeitsgruppe Telemedizin im Neurozentrum technische Standards ermittelt und definiert, um die Kommunikation verschiedener Netzwerke untereinander zu ermöglichen und neue Anwender bei der Auswahl möglicher Technologien zu unterstützen.

PSYCHKOM – Telemedizin in der Psychiatrie

Um die Erfahrungen aus der Neurologie auch für andere Fachgebiete nutzbar zu machen unterstützt die Neurologische Klinik in Kooperation mit den Kliniken des Bezirks Mittelfranken das Projekt PsychKOM (gefördert durch das BayStMAS). Hier soll der Einsatz videogestützter Telemedizin bei Untersuchung und Beratung von Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen v.a. Depressionen erprobt werden. Die Arbeitsgruppe Telemedizin koordiniert die technische Realisierung und ist für die fachneurologische Mitbetreuung verantwortlich.

Prädiktion von Vorhofflimmern bei Schlaganfallpatienten

In enger Zusammenarbeit mit der Firma CorScience GmbH aus dem Erlanger IZMP werden hier Algorithmen zur Prädiktion von Vorhofflimmern entwickelt und diese in Anwendungsgeräten dann im klinischen Alltag auf Ihre Aussagekraft erprobt.

Weitere Projekte sind in den u.a. Bereich der präklinischen Telemedizin beim akuten Schlaganfall und der Entwicklung einrichtungsübergreifender Netzstrukturen in Planung.

 

Kontakt

Universitätsklinikum Erlangen
Geschäftsstelle STENO

Schwabachanlage 6
91054 Erlangen

Telefon 09131 / 85 34 306
Telefax 09131 / 85 34 668

WWW: steno-netz.de
e-mail: info@steno-netz.de